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Für

Maspalomas Gay Pride 2017: Stolz zu lieben

Lorenzo

29 Mai, 2017

 

Der Tag des Straßenumzugs der Maspalomas Gay Pride hätte nicht schöner sein können: eine durchschnittliche Temperatur von 25 Grad (angenehme Wärme, ohne zu drückend zu sein), eine leichte Brise und der Himmel vollkommen wolkenfrei und strahlend blau, Ton in Ton mit dem letzten Farbton der Regenbogenfahne, die von Gilbert Baker entworfen wurde und die zu einem Symbol für Diversität, Akzeptanz und Toleranz geworden ist, drei Elemente, die bei dem Umzug sehr präsent waren. Denn außer, dass es sich um eine Party mit Musik, Wagen, lustigen Verkleidungen und von der kanarischen Sonne braungebrannten athletischen Körpern handelt, ist die Pride eine ständige Forderung der Rechte, die einige als selbstverständlich ansehen, die aber in vielen Teilen der Welt (leider dem Großteil) missachtet werden.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die Pride ihren Ursprung in New York hat, als Antwort auf eine brutale Razzia in einer Schwulenbar, zu einer Zeit, als das Schwul- oder Transsexuellsein noch als echte Verirrung galt. Hinter der Lebensfreude und der Party, mit der die LGTB Community ihre Tage feiert, verbergen sich der Schmerz und die Wut einer Realität, die einer anderen Zeit angehören zu scheinen; die Konzentrationslager für Schwule in Tschetschenien sind ein schreckliches Beispiel dafür, dass es immer noch Hass für das Anderssein gibt, sogar in Europa. Denn der Rummel und das, was einige Oberflächlichkeit nennen, ist eine konstruktive Form, der Traurigkeit die Stirn zu bieten, mit ihr umzugehen.

Entlang der Strecke des Festumzugs, der hauptsächlich von Männern besucht war (obwohl natürlich auch Mädels anwesend waren!), konnte man Paare sehen, die sich in Ruhe geküsst haben. Seit 2001, das Jahr, in dem die Pride zum ersten Mal veranstaltet wurde, ist das ein üblicher Anblick in Maspalomas. Genau daneben, ein als Flamencotänzerin verkleideter Mann, der einen Regenbogenfächer mit dem Foto von Putin in der Hand hält und dem Motto „stop homofobia“. Wenn man in Urlaub fährt, möchte man außer, eine schöne Zeit zu verbringen, den Strand genießen und in die Einkaufszentren gehen,  sich wohlfühlen, sich erholen und ein Ambiente vorfinden, in dem man sich selbst sein kann. Maspalomas ermöglicht das seinen Besuchern, egal, woher sie kommen.

Bei dem Umzug gab es auch eine große Vielfalt an Symbolen aus der schwulen Welt: Schottenröcke, Engel, Einhörner, Fetisch-Kleidung und Frauenverkleidungen. Denn bei der Pride werden Federn und das sich offen weiblich zeigen als unumgängliches Element mitten in einer Gesellschaft gefeiert, in der der Schwule oder die Lesbe belohnt wird, die es sind, „ohne dass man es merkt“, als ob das Zeigen von Eigenschaften des anderen Geschlechts etwas Schlechtes in einem binären System wäre. Bei der Pride können die Männer sehr „männlich“ sein, verkleidet als Soldaten oder Polizisten oder sehr weiblich; die Frauen können wie Jungs oder Mädels aussehen und all das gleichzeitig, weil es eine Party ist, die dazu einlädt, die Identität zu wechseln und die langweiligen gesellschaftlichen Normen darüber, was angebracht ist oder nicht, abzulehnen. In einer Gesellschaft wie der kanarischen, die an ein Fest wie den Karneval gewöhnt ist, in dem die Sexualität und die Doppeldeutigkeit Identitätsmerkmale sind, schockiert die Pride nicht sehr.

 

Der Umzug der Wagen endete im Yumbo Center, einem familienfreundlichen Einkaufszentrum und seit Jahren auch Kultort der LGTB Community auf Gran Canaria. Die Party nach dem Umzug mit der Sängerin Inna als Highlight des Abends begann; die Pride wird am nächsten Tag zu Ende sein. Aber der Kampf endet hier nicht, weil er das nie getan hat.

Und wie einer der Sätze, die die Wagen verzierten lautete: „Proud to love“. Stolz zu lieben. Stolz, dem Hass mit dem bestmöglichen Gesicht die Stirn zu bieten.

 

 

 

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